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Neue therapeutische Wirkstoffe auf der BioVaria 2013

03. Juni 2013

Eine Erfindung der Technischen Universität München aus dem Bereich der Biotechnologie wird am 4. Juni auf der BioVaria in München Vertretern der Pharmaindustrie, Biotechnologie und Venture Capital vorgestellt. Das patentierte und lizenzierbare Hydroxyindalpin-Derivat 5 BOIP könnte zur Behandlung und Prävention von Magen-Darm-Erkrankungen, wie Verstopfung oder funktionellen Verdauungsstörungen, verwendet werden.

Magen-Darm-Erkrankungen können durch Störungen beim Durchgang von Speisen durch den Magen-Darm-Trakt verursacht werden und zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen. So zählt beispielsweise die Verstopfung zu den am häufigsten auftretenden Verdauungsbeschwerden. Funktionelle Verdauungsstörungen, Reizdarmsyndrom, Verstopfung und andere Magen-Darm-Erkrankungen sind mit einer gestörten gastrointestinalen Motorik verbunden, die Menschen wie Tiere gleichermaßen betrifft. Eine Erfindung der Technischen Universität München (TUM) basiert auf einem Hydroxyindalpin-Derivat, das auf einen bestimmten, die Darmbewegungen regulierenden Rezeptor einwirkt und dadurch gastrointestinale Symptome lindern könnte.

Koordinierte Darmbewegungen basieren auf dem nerval gesteuerten peristaltischen Reflex. Hierbei initiieren Mechnosensoren im enterischen Nervensystem (ENS) nach Dehnung der Darmwand Muskelkontraktionen und –relaxationen, die zu peristaltischen Wellenbewegungen führen, mit denen der Inhalt durch den Verdauungstrakt befördert wird. Diese Darmbewegungen werden durch Serotonin (5-Hydroxytryptamin oder 5-HT) beeinflußt. Die 5-HT Effekte werden hierbei von verschiedenen nervalen und nicht-nervalen Rezeptoren, insbesondere 5-HT1-, 5-HT2-, 5-HT3-, 5-HT4- und 5-HT7, vermittelt. Ein Forscherteam der TUM um Michael Schemann und Arne Skerra konnte nachweisen, dass das Hydroxyindalpin-Derivat 5 BOIP die enteristischen Nervenzellen durch Aktivierung des 5 HT1P-Rezeptor stimuliert, der eine Schlüsselrolle bei der Initiierung des peristaltischen Reflexes im menschlichen Darm spielt. Hydroxyindalpin-Derivate sind deshalb nützliche Therapeutika zur Behandlung oder Prävention von Magen-Darm-Krankheiten und –störungen und sollten insbesondere zur Linderung von gastrointestinalen Symptomen beitragen. Im proximalen Magen sorgen Hydroxyindalpin-Derivate für eine Muskelrelaxation und verbessern dadurch den Akkomodationsreflex des Magens.

Die Bayerische Patentallianz GmbH, die zentrale Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, wird diese Technologie neben anderen Hochschul-Erfindungen auf der BioVaria vorstellen, um Partner für die Weiterentwicklung der Erfindung zu einer neuen Behandlungsoption für Magen-Darm-Erkrankungen zu finden. Auf der BioVaria 2013 präsentieren 13 Technologietransfer-Organisationen aus ganz Europa die erfolgversprechendsten Projekte ihrer Partnerinstitute: Diagnose- und Therapieprojekte ebenso wie Plattformtechnologien. Das Advisory Board der BioVaria hat nur Technologien zugelassen, die die Anforderungen von Industrie und Investoren erfüllen. Nähere Informationen sind auf der Internetseite www.biovaria.org zu finden.