Skip to page content

Interview with Prof. Dr. Arne Skerra

Mit BayPAT Unterstützung zum Biotech-Unternehmer

Ein Erfinder und 30 Patente später: Wir treffen den Ordinarius und Seriengründer Prof. Dr. Arne Skerra und sprechen über seinen Weg als erfolgreicher Biotech-Unternehmer.

Als Träger der Heinz Maier-Leibnitz-Medaille der Technischen Universität München wurde Prof. Dr. Skerra im Jahr 2004 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert und 2005 mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis ausgezeichnet.

„In jedem Erfindungsprozess gibt es diesen einen wichtigen Moment – die Gedanken schweifen ab, ob unter der Dusche oder beim Zähneputzen. Und plötzlich erwischt dich der Geistesblitz mit voller Wucht“, erzählt Prof. Dr. Skerra in seinem Büro auf dem Biotech-Campus Weihenstephan der Technischen Universität München (TUM).

Im Laufe seiner Karriere hat er mehr als 30 dieser geistreichen Einfälle in Form von Patentanmeldungen – zum großen Teil mit Unterstützung der BayPAT – schützen lassen.

Seine inspirativen Ideen auf dem Gebiet des Protein-­Engineerings brachten unter anderem die PASylation®- und Anticalin®-Technologien hervor, die die Herstellung ­künstlicher Proteine mit neuen, maßgeschneiderten Funktionen ermöglichen. Die patentgeschützten sogenannten ­Anticalin®-Moleküle werden als Plattform-Technologie ­unter anderem für die Entwicklung von effektiven Krebsmedikamenten eingesetzt. Der Weg zur ­erfolgreichen ­Vermarktung ­einer Technologie „erfordert jedoch Mut, ­Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zu kooperieren“, so der Träger der Heinz Maier-Leibnitz-Medaille. Die Gründung eines Biotech-Startups sei kein leichtes Unterfangen. „Nach der oftmals zeitzehrenden Forschung an der Erfindung oder der ersten Produktentwicklung liegt die Herausforderung insbesondere darin, den Erfindungsgegenstand rechtlich ­schützen zu lassen.“

Die Hürden einer Ausgründung

„Der Weg zur erfolgreichen ­Vermarktung einer Technologie erfordert Mut, ­Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zu kooperieren.“
Prof. Dr. Arne Skerra

Prof. Dr. Skerra kennt die vielen Hürden einer Ausgründung. Dabei ­haben die aber oftmals unerfahrenen Talente vor allem die Forschung im Fokus. Die IP-Strategie und Fragen der Lizensierung werden oft vernachlässigt, dabei seien diese für die erfolgreiche Weichenstellung und den Erfolg des Start-ups entscheidend. Denn bei sich abzeichnender kommerzieller Verwertung sei es äußerst wichtig, den Blick bereits in die Zukunft zu richten. Im Laufe einer jeden Ausgründung gelangt ein Ausgründer deshalb irgendwann an einen Punkt, an dem er sich mit der „­trockenen Patentmaterie“ auseinandersetzen muss. „Die BayPAT stand mir bei meiner Ausgründung der XL-protein GmbH im Jahr 2009 als zuverlässiger Partner zur Seite: Sowohl bei Fragen zur Patentierung als auch bei dem seitens der BayPAT erarbeiteten Lizenzmodell sowie den teils komplexen vertraglichen Rahmenbedingungen habe ich mich stets gut aufgehoben gefühlt“, sagt Skerra.

Mit umfassender Kompetenz leistet die BayPAT auch ­essenzielle ­Sensibilisierungsarbeit. Denn bereits vor dem Erfindungsschutz können durch Unwissenheit gravierende Fehler unterlaufen: sei es durch zu frühes publik machen der Erfindung oder das „Unter­schätzen bürokratischer Anforderungen bei der Patentanmeldung“, so Prof. Dr. Skerra. Auch das könne zum Scheitern ­führen und „bevor es eigentlich beginnt, kann der Traum von der erfolgreichen Firmengründung ­bereits ausgeträumt sein“, betont Prof. Dr. Skerra. „In dieser Anfangsphase ist es ganz entscheidend, einen Mentor wie die BayPAT an seiner Seite zu haben, der mit fachkundiger Weitsicht und im besten Interesse für den Wissenschaftler und seine Erfindung wie auch für die Universität agiert.“

Ein Mentor für Studierende

Prof. Dr. Skerra ist zudem als Mentor für Studenten tätig. „Es sollten viel mehr junge Forscher ihr Fachwissen und Potenzial für die wirtschaftliche Umsetzung ihrer Arbeit – die sogenannte translationale Forschung – nutzen und sich trauen, Arbeitsplätze zu schaffen und der Welt etwas Bedeutendes zu hinterlassen“, gibt der Erfinder uns mit auf den Weg.

Hinweise:
PASylation® – eine Marke der XL-protein GmbH
Anticalin® – eine Marke der Pieris Pharmaceuticals GmbH

Interested? Get in touch!

Contact a specific team member for individual topics via the Team section or simply use our contact form. You can also click on the button and drop us a line.